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Was es Aktuelles gibt
Darmstädter Echo berichtet über Fertigteile für die Einrichtung nach Maß
Unternehmen im Gespräch vom 16.08.2008:
Griesheimer Möbelfabrik innconcept baut auf schnelle und flexible Lösungen
In der kleinen Griesheimer Möbelfabrik innconcept bringt die Kreissäge Fertigteile auf Maß: Schließlich sollen die Schrankwände, Küchen- und Büromöbel in den Räumen der Kundschaft sitzen wie angegossen. Wie eine individuelle Maßanfertigung vom Schreiner eben, erklären die Geschäftsführer Roy-Steffen Müller (41) und Thomas Feix (40).
Zu finden ist die Konfektionsarbeit aus Griesheim beispielsweise deutschlandweit in den Filialen der Autowerkstatt Pit-Stop: „Die Empfangstheken kommen von uns“, sagt Müller. Weitere Vorzeigeobjekte: Das Entree im Griesheimer Rathaus genauso wie der Empfang des örtlichen Naturbestatters Friedwald.
Mit klassisch schreinerischen Lösungen wie Nut- und Federverbindungen hat das Handwerk von innconcept allerdings wenig zu tun. Hier werden Fertigteile mit Winkeln verbunden. Die passenden Türbänder fertigen die Reinheimer Beschläge-Spezialisten Grass, früher Mepla-Werke.
„Damit sind wir dreimal schneller als ein Schreiner – und die Möbel lassen sich beim Umzug wieder in neue Kombinationen nach Maß einpassen“, nennt Müller die Vorteile. In nur vier Tagen könne die Einrichtung beim Kunden stehen.
Quad-F und IP 20 heißen die beiden Innenausbausysteme, die den Großteil des Geschäfts der Unternehmer Müller und Feix ausmachen. Die Hersteller der Patentsysteme liefern die 3,20 Meter langen Bretter im schlichten Weiß und in verschiedenen Holzdekors. Stapel mit Eiche-, Buche- und Ahorndekor lagern in der Pfützenstraße 71 hinter dem kleinen Büro der Firma. Das Material ist im Möbelbau verbreitet: Melaminharz beschichtete Spanplatte. Für Oberflächen werden auch Mitteldichte Holzfaserplatten (MDF) verwendet. Das Team von innconcept verwandelt die Platten in Bauteile für passgenaue Möbelzeilen – sowohl für Geschäftskunden als auch für die private gute Stube.
Echtes Furnier für die natürlichere Holzansicht ist als Sonderanfertigung machbar. „Das Material ist solide, verkraftet mehrere Umzüge“, verspricht Müller.
In der 900 Quadratmeter großen Werkstatt mit Lager stehen nur wenige Maschinen: Die Bretter werden zugeschnitten, eine Kantenmaschine leimt an den Stirnseiten den Dekorstreifen auf und rundet ihn sanft ab. Dann werden Bohrungen für Scharniere und Griffe gesetzt und fertig ist die Produktionsseite des innconcept-Geschäfts. Müller spricht bei diesem Ablauf von der Veredelung.
Der Entwurf und die Planung der Einrichtung gehören genauso zum Angebot der Griesheimer Möbelschmiede wie die Umsetzung bis zum Einbau. Mit acht festen und zwei freien Mitarbeitern nennt sich Müller gern „die kleinste Möbelfabrik der Welt“. Der Vorjahresumsatz von einer Million Euro erscheint dagegen schon reichlich erwachsen. innconcept ist kein Ausbildungsbetrieb, die überschaubaren Arbeitsschritte und Maschinen würden der Ausbildung im Schreinerhandwerk nicht genügen.
1998 haben der Betriebswirt und gelernte Maschinenbau- und Refa-Techniker Müller und der Schreinermeister Feix das damals wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen Innform gekauft. Müller ist mit 80, Feix mit 20 Prozent beteiligt. Das alte Geschäft betreiben sie seither unter neuem Namen und mit frischem Geist. „Wir sind langsam, aber stetig gewachsen“, sagt Müller. Sein Tonfall verrät die Heimat. Der Familienvater stammt aus Lampertheim, lebt heute in Lorsch. Er hat bei Mercedes in Mannheim gelernt, später an der Wirtschaftsakademie in Mannheim berufsbegleitend studiert. Die Möbelfabrik ist sein erster Sprung in die Selbstständigkeit. Auch der Schreinermeister Feix pendelt nach Griesheim, er wohnt mit Frau und drei Kindern in Mannheim.
Gemeinsam haben sie ihre Fabrik ins Rollen gebracht. Feix ist fürs Technische zuständig, Müller fürs Kaufmännische. Mit den Innenausbausystemen treten sie auch als Zwischenhändler auf. Sie verkaufen an Schreinereien weiter, welche die schnellen Einrichtungslösungen selbst montieren. 40 Prozent vom Umsatz mit den Einrichtungssystemen macht dieses Kommissionsgeschäft aus.
„Die Planung bis zur Montage kann in vier Tagen geschehen“, sagt Müller. Die Systeme IP 20 und Quad-F sind sich ähnlich, lassen sich kombinieren und stehen sich in der Qualität in nichts nach, erklärt Müller. Sich zwei Hersteller gewogen zu halten, sei ein unternehmerischer Schachzug, der Einkaufspreise und Unabhängigkeit sichert. Neben dem Kerngeschäft mit Quad-F und IP 20 veredelt innconcept auch das Trennwand- und Gleittürensystem Raumplus. Knallbunte, transparente, dezente oder beleuchtete Türen trennen Räume ab oder verhüllen den begehbaren Kleiderschrank unter der Dachschräge. innconcept bringt die Türen auf Maß. Die Varianten scheinen endlos. Zudem gehört auch die Installation von Spanndecken zum Geschäft. Ergänzend zu diversen Einbaumöbeln liefert innconcept auch Büroeinrichtung – voran Stühle von Löffler, Köhler und Giroflex. Gute Ideen für die effiziente Nutzung noch so kleiner Räume haben Feix und Müller auch auf Lager. Dazu gehört Belitec, das Bett im Schrank: Elektronisch zieht sich der Lattenrost samt Spezialmatratze im Einbauschrank zurück. Die Matratze wartet hochkant auf den nächsten Einsatz. Nicht nur für Gästezimmer sei das Modell gefragt, sagt Müller. Wenn Partner nicht mehr nebeneinander schlafen können – etwa, weil einer stark schnarcht – dann sei das Schrankbett im Wohnzimmer eine Lösung. Auch Ärzte und Chefs gehören zu den Schrankbett-Käufern, für die dezente Pause in der Praxis oder im Büro. Ein Tastendruck und das Bett ist verschwunden.
Darmstädter Echo - Daniel-Patrick Görisch
16.8.2008
